Landratskandidat läutete beim CDU-Neujahrsempfang Wahlkampf ein
Aus der Thüringer Allgemeine, Nordhausen, vom 6. Februar 2012
VON KRISTIN MÜLLER
Heringen. Egon Primas (CDU) hat sich gegen weitere Windräder im Südharz ausgesprochen: „Der Landkreis Nordhausen ist kein Kreis für Windmühlen“, sagte er beim Neujahrsempfang seiner Partei am Samstag im Heringer Schloss. Denn nichts sei schlimmer, als um Touristen zu werben in einer Landschaft, in der man den Harz nicht mehr sieht. „Es muss gut sein“, sagte Primas. Stattdessen müssten weitere Potenziale von Biomasse und Biogas genutzt werden.
Zurzeit gibt es lediglich elf Windräder in Nentzelsrode und in Hörningen. Der aktuelle Regionalplan-Entwurf sieht auch für Wipperdorf einen Windpark vor und für Nentzelsrode eine deutliche Erweiterung. Andere Pläne für den Windradbau, beispielsweise für Limlingerode, Obersachswerfen und die Hainleite, sollen laut dem Papier der Regionalen Planungsgemeinschaft unmöglich werden (TA berichtete).
„Nicht zufriedenstellend“ ist für Egon Primas der Fortgang in Sachen Industriegebiet Goldene Aue. An dem Projekt werde „nicht mit ganzem Herzen gearbeitet“, da müsse endlich „Druck dahinter“.
Auf den bevorstehenden Wahlkampf freue er sich, so Primas: „Wir kämpfen für uns, nicht gegen andere. Denn auch nach der Wahl muss man noch miteinander arbeiten können.“
Um Verständnis warb er bei den Kommunen für die Landesfinanzpolitik: Was ihnen derzeit zugemutet wird, sei zwar „eine harte Nummer“. Doch wie sonst sollte sich der Freistaat darauf vorbereiten, dass ab 2019 ein Drittel der Einnahmen wegfällt, fragte der CDU-Landratskandidat rhetorisch.
Damit stellte er sich hinter den Bundestagsabgeordneten Manfred Grund , der die Schuldenbremse des Bundes verteidigte: „Die Überlebensfähigkeit der Kommunen muss gewährleistet werden aber auch die Zukunft des Gemeinwesens.“ Es gebe „große Versuchungen“: „Gewählt wird morgen, bezahlt erst übermorgen.“ Aber es könne eben nicht jede gewünschte Straße gebaut werden, sagte Grund auch mit Blick auf die B 4.
Zitat
„Gewählt wird morgen, bezahlt erst übermorgen. Da ist die Versuchung oft groß.“
Manfred Grund (CDU), Nordthüringer Bundestagsabgeordneter, beim Neujahrsempfang seiner Partei in heringen




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