Manfred Grund, MdB
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Grund bleibt in Berlin

Aus der TA vom 28. September 2009

Der Heiligenstädter Manfred Grund ist aus der gestrigen Bundestagswahl als klarer Sieger hervorgegangen. Dagegen fuhr die SPD im Eichsfeld ein desaströses Ergebnis ein.

EICHSFELD. Rohrberg war die erste Gemeinde, die fertig ausgezählt hatte. 18.17 Uhr stand dort fest: Manfred Grund (CDU) gewinnt die Wahl mit 82,9 Prozent. Eine deutliche Vorgabe für das Gesamtergebnis, das kurz nach 20 Uhr vermeldet wurde. Im Eichsfeld errang die CDU 48,0 Prozent der Stimmen (2005: 42,2), SPD 13,6 (23,5), Linke 16,6 (16,3), FDP 11,7 (9,7), Grüne 4,4 (3,5), NPD 2,7 (3,6) und die ÖDP 1,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung sank von 78,2 auf 70,8 Prozent. Im Wahlkreis Eichsfeld-Nordhausen-Unstrut Hainich I kam die CDU auf 38,5 Prozent, SPD 16,6, Linke 24,0, FDP 10,7, Grüne 4,8, NPD 2,7 und ÖDP auf 0,7 Prozent.

Die Erststimmen verteilten sich folgendermaßen: Manfred Grund 43,0 Prozent (2005: 37,4), Joachim Schwiderke 17,0, Alexander Scharff 24,5, Andreas Klaschka 7,4 und Michael Hoffmeier 4,1 Prozent.

Im Eichsfeld holte Manfred Grund sogar 53,5 Prozent aller Erststimmen. Er fühlt sich durch das Wahlergebnis gestärkt. Seinen Posten als parlamentarischer Geschäftsführer der CDU in Berlin will er behalten. Das sei auch wichtig für den Einfluss Thüringens in der Hauptstadt. Während er sein eigenes Ziel erreicht sieht, bedauert der Christdemokrat den Abstieg der SPD. "Die Sozialdemokraten wurden nach vier sehr konstruktiven Jahren in der Regierung zu stark abgestraft. Da wurde offenbar nicht nur die Regierungsarbeit beurteilt, sondern auch andere Dinge."

Das sieht auch SPD-Kandidat Joachim Schwiderke so. Er mahnte die Sozialdemokraten, künftig wieder mehr an die Arbeitnehmer zu denken. Zugleich richtete er einen klaren Appell an die Sozialdemokraten in Erfurt, nun eine rot-rot-grüne Koalition einzugehen. Für Berlin fürchtet der Gewerkschafter aus Gerode unter CDU/FDP einen sozialen Kahlschlag.

"Das Niveau ist zu niedrig, im Eichsfeld aber hinzunehmen", erklärte der Eichsfelder Grünen-Bundestagskandidat Michael Hoffmeier aus Dingelstädt sein Ergebnis, der sich, wie er sagte, " mehr erträumt hätte". Am Wahlkampf lag es seiner Ansicht nach nicht, der sei engagiert geführt worden. Auch Hoffmeier, der an seinen Wahlständen oft hörte, dass in Thüringen ein rot-rot-grünes Bündnis eingegangen und ein Regierungswechsel erfolgen sollte, hofft nun, dass die jetzigen Gespräche zu einem guten Ende kommen, "mit sehr viel Grün im Koalitionsvertrag" und einer demokratiefördernden Ausrichtung.

Als das beste Wahlergebnis seit der Wende bezeichnete Alexander Scharff von der Linken sein Erststimmen-Ergebnis. Er will nun nicht wieder in der Versenkung verschwinden, sondern weiterhin Politik gestalten, zumal er in seinem eigenen Landkreis Nordhausen sogar Manfred Grund knapp besiegte. Die Eichsfelder machten ihm das Direktmandat streitig.

Relativ unspektakulär ging es diesmal übrigens im Wahllokal des Heiligenstädter Stimmbezirkes VII zu, wo sonst Dieter Althaus (CDU) sein Votum abgegeben hatte. Nach dem Debakel zur Landtagswahl zog der amtierende Ministerpräsident bei der gestrigen Bundestagswahl die Briefwahl vor. Mit 66 Prozent war die Beteiligung in dem Stimmbezirk vergleichsweise gering gegenüber der letzten Bundestagswahl. Gezählt wurden insgesamt 561 Direkt- und 161 Briefwähler, bestätigte Wahlleiter Manfred Konradi der TA. Einer der letzten Wähler war in dem Lokal auf dem Bauhofgelände gleich neben dem früheren Ostbahnhof der 20-jährige Markus Strecker, der am Nachmittag als Fußballer von Grün-Weiß Wilbich in Helmsdorf eine 2:0-Niederlage verkraften musste und dennoch motiviert schien, sein Wahlrecht wahrzunehmen.

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